Von der Gemeindeversammlung

Wie sieht die Zukunft aus?
 
Gemeindeversammlung zur Pfarrstellensituation
 
Am 28.11 trafen sich etwa 60 Gemeindeglieder im Gemeindehaus in Holsen-Ahle um über die zukünftige Situation in der Philippus-Kirchengemeinde nach dem Beginn des Ruhestands von Pfr. Boecker zum 1.11.2023 informiert zu werden, und gemeinsam in die Zukunft zu schauen.
Nach einer Begrüßung von Pfr. Kükenshöner und einer Andacht von Superintendent Pfr. Dr. Reinmuth erläuterte die Presbyterin Ulrike Settnik anhand einer Präsentation das vielfältige Gemeindeleben sowie die zukünftige Planung der Landeskirche in Bezug auf die Besetzung von Pfarrstellen:
Da in Zukunft nur noch sehr wenige junge Pfarrer/innen zur Verfügung stehen, erhöht die Landeskirche die Gemeindegliederzahlen pro Pfarrstelle sukzessive von jetzt 3000 Gemeindegliedern pro Pfarrstelle auf wahrscheinlich 4000 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle ab 1.1.2026 bis hin zu 5000 Gemeindegliedern ab 1.1.2031. Damit eine Betreuung der Gemeindeglieder weiterhin gewährleistet werden kann, plant die EKvW die Einrichtung von sog. Interprofessionellen Teams (IPT) in denen neben den Pfarrern/Pfarrerinnen, auch Angestellte anderer Berufe (Gemeindepädagogen, Sozialarbeiter, Gemeindemanager o.Ä.)  Dienst tun.  Laut Pfr. O.Reinmuth ist dies auch eine Chance, etwas Neues entstehen zu lassen und die Vielfältigkeit der Interprofessionalität kann ein Geschenk für die Gemeindearbeit sein. 
Ein weiterer Schritt, um die anfallenden Aufgaben in der Gemeinde aufrecht zu erhalten, ist die sogenannte Regionalisierung. Damit ist gemeint, dass sich die  verschiedenen  Nachbargemeinden in einem sog. regionalen Planungsraum zur Zusammenarbeit bzw. gegenseitigen Unterstützung entschließen. Dies soll nicht im Rahmen einer Fusion geschehen, diese wäre hiervon ganz klar abzugrenzen.
 
Auf dieser Basis ist zwar eine Neubesetzung der Pfarrstelle von Pfr. Boecker nicht möglich, nach der Pensionierung von Pfr. Fachner (2024) wäre allerdings die Einrichtung einer IPT-Stelle möglich. Ob diese evtl. auch schon früher eingerichtet werden kann, befindet sich aktuell noch in Klärung.
 
Die regionale Zusammenarbeit ist mit den Kirchengemeinden Rödinghausen, Westkilver und Hunnebrock-Hüffen-Werfen angedacht. Aktuell befinden sich die vorher genannten Gemeinden im Gespräch miteinander.
 
In der anschließenden Diskussion, die von dem Presbyter André Nadrowski moderiert wurde, wurden viele kritische Rückfragen gestellt, die vom Superintendenten und Pfr. Kükenshöner beantwortet wurden.
Die meisten Fragen bezogen sich auf die Errichtung der IPTs, wann es zeitlich möglich wäre und in welcher Gemeinde die dazukommende Person im Zuge der Regionalisierung ansässig werden würde,. Es gab auch kritische Stimmen aus den Reihen im Gemeindesaal, die sich fragten, ob die Pfarrer generell durch solche Teams ersetzt werden sollen, und ob so nicht der persönliche Kontakt verloren gehen würde. Diese verneinte Pfr. Dr. O. Reinmuth jedoch und erklärte, dass in der EKvW in der nahen Vergangenheit neue Verfahren implementiert  wurden,  um jungen Menschen zum Pfarrberuf zu motivieren und man dadurch hofft, dem Nachwuchsmangel für die Zukunft entgegen zu wirken.  Er erklärte auch, dass es sehr gute Erfahrungen mit bereits bestehenden interprofessionellen Teams gibt.
 
Auch wenn noch vieles unklar ist und das weitere Vorgehen erst nach der Synode im November fest steht,  sind wir positiv aus diesem gemeinsamen Abend gegangen. Es ist sehr schön, dass Vieles angesprochen wurde, was schon  länger in vielen Köpfen herumschwirrte.  Auch der persönliche Austausch miteinander war sehr wichtig, um gemeinsam in die Zukunft zu schauen.
 
Das Presbyterium hat sich vorgenommen, die Gemeinde, sobald sich neue Informationen ergeben, zeitnah zu informieren und an den weiteren zukünftigen Schritten teilhaben zu lassen, denn nur gemeinschaftlich kann dieser Weg beschritten werden. Dass uns viele Änderungen in Zukunft bevorstehen, war uns allen klar, aber ausgesprochen wirkt es noch einmal ganz anders.
 
Nach dem offiziellen Abschluss gegen 21.15 Uhr blieben viele der Anwesenden noch zu angeregten Gesprächen zurück.
 
(Kerstin Häcker/ Stefanie Rieke)